Saudi-Arabien verstärkt Kauf von russischem Heizöl während Hormuz-Krise Stromversorgung bedroht
In einer bemerkenswerten Entwicklung hat Saudi-Arabien seine Einfuhren von russischem Heizöl trotz globaler Spannungen weiter erhöht, während die Krise am strategisch wichtigen Hormus-Meerengen die inländische Stromversorgung des Landes gefährdet.
Laut einem Reuters-Bericht vom Montag, der auf Frachtdaten von LSEG und Aussagen von Händlern basiert, ist die Nachfrage nach russischem Heizöl und Vakuumgasöl (VGO) im Mai um etwa 6% im Vergleich zum April zurückgegangen. Dieser Rückgang ist auf die ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zurückzuführen.
Trotz des allgemeinen Rückgangs der russischen Heizölexporte auf etwa 3,2 Millionen Tonnen im vergangenen Monat bleibt Saudi-Arabien der größte Abnehmer, mit einem Anteil von über einem Drittel der gesamten russischen Heizölexporte. Die Importe beliefen sich im Mai auf 1,23 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 17% im Vergleich zum April entspricht, aber dennoch auf einem relativ hohen Niveau liegt, wenn man es mit der Zeit vor dem Konflikt vergleicht.
Historischer Hintergrund der Energiebeziehungen
Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, wurde vor zwei Jahren zum größten Abnehmer von russischem Heizöl, nachdem die Europäische Union (EU) im Jahr 2023 ein totales Embargo gegen russische Erdölprodukte verhängt hatte.
Seitdem hat Saudi-Arabien kontinuierlich große Mengen russisches Heizöl importiert. Die Importe des Königreichs sind jedoch im März 2026 um 18% im Vergleich zum Februar gestiegen, nachdem der Konflikt mit Iran und die damit verbundene Hormuz-Krise dazu führten, dass Öl- und Gasförderanlagen in Saudi-Arabien und anderen Produzenten im Nahen Ostenschließen mussten.
Strategische Veränderungen im Energiemarkt
Saudi-Arabien, das große Mengen Rohöl direkt zur Stromerzeugung verbrennt, hat sich auf russisches Heizöl verlagert, das von den USA von Sanktionen befreit wurde, während der Konflikt weitergeht.
Durch den Import von russischem Heizöl konnte Saudi-Arabien mehr seiner eigenen Rohölreserven für den Export über den Hafen Yanbu am Roten Meer freigeben, der eine Route um den Hormus-Meerengen darstellt.
Anpassung der Exporte während der Krise
In den Wochen nach der Schließung des Hormus-Meerengen hat Saudi-Arabien den Durchfluss der Ost-West-Pipeline von etwa 2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf 7 Millionen bpd erhöht, um die Exporte über das Rote Meer aufrechtzuerhalten, trotz der Blockade des Hormus.
| Indikator | Vor der Krise | Nach der Krise | Änderungsrate |
|---|---|---|---|
| Russische Heizölexporte (Millionen Tonnen) | - | 3.2 | - |
| Saudi-Arabische Importe (Millionen Tonnen) | - | 1.23 | - |
| Saudi-Arabischer Anteil am Gesamtexport | - | 38.4% | - |
| Ost-West-Pipeline-Durchfluss (Millionen bpd) | 2.0 | 7.0 | +250% |
| Änderung der russischen Ölimporte (Mai vs. April) | - | -17% | - |
Geopolitische Auswirkungen
Diese Veränderung im Energiestrom zeigt die strategische Anpassungsfähigkeit Saudi-Arabiens vor geopolitischen Herausforderungen. Durch die Abhängigkeit von russischem Heizöl hat das Land seine Abhängigkeit von anfälligen Seerouten reduziert, während es gleichzeitig seine Position als führender Erdölexporteur der Welt aufrechterhält.
Die Aufhebung der US-Sanktionen gegen russisches Heizöl im anhaltenden Konflikt hat diese Energiabeziehung erleichtert und es beiden Ländern ermöglicht, ihre wichtigen wirtschaftlichen Aktivitäten trotz geopolitischer Spannungen aufrechtzuerhalten.
Diese Entwicklung unterstreicht auch die Komplexität des globalen Energiemarktes, in dem Nationen strategische Entscheidungen sowohl auf Basis inländischer Bedürfnisse als auch auf Basis von Exportchancen treffen müssen, insbesondere in einer Zeit, in der geopolitische Krisen die Energiesicherheit bedrohen.