Drohnenkrieg eskaliert: Energiekrise in Russland breitet sich nach Zentralasien aus
Die schwere Gaskrise in Russland, verursacht durch ukrainische Drohnenangriffe, hat weitreichende Auswirkungen auf die zentralasiatische Region, wo der Energiebedarf saisonal steigt. Kirgisistan und Tadschikistan, zwei Länder, die stark von Energieimporten aus Russland abhängen, stehen vor großen Herausforderungen, während die russische Energieinfrastruktur weiterhin unter Beschuss gerät.
Situation in Kirgisistan
Die Tankstellen in Kirgisistan haben bereits über einen Mangel an hochwertigem Kraftstoff berichtet. Laut Moscow Times haben die staatlichen Behörden Preisregulierungen für Kraftstoffe und Schmierstoffe eingeführt, um mit der laufenden Energiekrise umzugehen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lieferte Russland 66 % des inländischen Bedarfs an Gas und Dieselkraftstoff an Kirgisistan.
Situation in Tadschikistan
Obwohl tadschikische Beamte den Mangel nicht zugeben haben, haben sie festgestellt, dass die Preise für Kraftstoffe explodiert sind. In einem Zeitraum von drei Wochen von Ende Mai bis Mitte Juni stiegen die Preise für Normalbenzine um etwa 9 %, berichtete Asia-Plus. Bei Dieselkraftstoff war der Anstieg noch höher. Tadschikistan ist von Russland für den Großteil seiner Kraftstoffversorgung abhängig, und derzeit versuchen die Beamten, Importe aus dem Iran sicherzustellen.
Situation in Usbekistan
Die usbekische Fluggesellschaft Uzbek Airways hat angekündigt, die Anzahl der Flüge nach Russland aufgrund von Flugzeugkraftstoffmangel zu reduzieren. Dies zeigt, dass die Energiesituation in der Region angespannter ist als je zuvor.
Situation in Kasachstan
Kasachstan, mit reichlich Energievorräten und relativ guter Verarbeitungsleistung, gab an, dass es für mehr als einen Monat genug Kraftstoffvorräte hat, obwohl eine große Raffinerie in Atyrau gewartet wird. Die voraussichtliche Fertigstellung der Reparaturen ist für den 10. Juli geplant. Trotz der reichlichen Versorgung haben kasachische Beamte vorsichtig mitgeteilt, dass sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, Kraftstoff aus China zu kaufen, um zukünftige Energieschocks abzufedern.
Situation in Russland
Russische Beamte haben den Inlandsgasmangel als "nicht einfach, aber kontrollierbar" beschrieben. Allerdings stehen aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe auf wichtige Anlagen für den Kriegseinsatz Russlands mindestens 55 von 83 Regionen und Föderationskreisen Russlands vor schweren Kraftstoffmangeln. In vielen Städten hat dieser Mangel wesentliche öffentliche Dienstleistungen wie Müllabholung beeinträchtigt.
Zukunftsaussichten
Die Kraftstoffversorgungssituation wird in den kommenden Wochen voraussichtlich noch schlimmer werden. Am 1. Juli verursachten ukrainische Drohnen erhebliche Schäden an einer Raffinerie in Ufa in der Wolga-Region von Baschkortostan, mehr als 800 Meilen vom Ukraine-Krieg entfernt. Drohnen griffen auch eine Montagewerkstatt für Raketenkomponenten in der Region Pensa an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zugesagt, die Drohnenangriffskampagne auszuweiten und betont:
"Jeden Tag wird der Plan der Ukraine umgesetzt, langfristige Sanktionen zu verhängen. Das ist eine vollkommen berechtigte Reaktion darauf, was Russland gegen uns tut. Frieden ist notwendig, und das ist etwas, das die russische Führung erkennen muss."
Zusammenfassung der Energiesituation in Zentralasien
| Land | Energiesituation | Kraftstoffpreise | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| Kirgisistan | Mangel an hochwertigem Kraftstoff | Preisanstieg durch Preisregulierung | Preiskontrollen eingeführt |
| Tadschikistan | Kraftstoffpreise explodieren | +9% in drei Wochen bei Normalbenzin | Importe aus Iran werden erkundet |
| Usbekistan | Reduzierung der Flüge nach Russland | Mangel an Flugzeugkraftstoff | Flugpläne angepasst |
| Kasachstan | Vorräte für über einen Monat | Stabil | Importe aus China werden in Betracht gezogen |
Die Energiekrise in Russland hat bereits erhebliche Hindernisse für die zentralasiatischen Länder geschaffen und zu Veränderungen in der Energieversorgung und -verbrauch in der Region geführt. Dies betrifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Leben der Menschen vor Ort.
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