UAE steigert Ölförderung auf Höchstniveau nach Ausstieg aus OPEC
Im vergangenen Monat Juni haben die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) ihre Ölförderung auf ein nahezu rekordhohes Niveau von über 3,8 Millionen Barrel pro Tag erhöht, nachdem das Land aus dem OPEC ausgetreten ist, um sich von den Produktionsbeschränkungen zu lösen. Wie Reuters berichtet, lag der Export von Rohöl der UAE sogar noch höher bei 3,94 Millionen Barrel pro Tag, nur geringfügig unter dem Rekordhoch vom Ende des Jahres 2022.
Höchste Förderung seit April 2020
Die Fördermenge im Juni war die höchste seit April 2020 und übertraf die Produktionszahlen vor dem Iran-Konflikt. Dies bestätigt frühzeitig die Entscheidung der UAE, sich am 1. Mai vom OPEC zu lösen, um die Produktion von den Quoten-Beschränkungen zu befreien.
| Zeitraum | Fördermenge (Millionen Barrel/Tag) |
|---|---|
| Juni 2023 | 3,8+ |
| Februar 2023 | 3,64 |
| Mai 2023 | 2,8 |
Die UAE hatten dem OPEC mitgeteilt, dass sie im Mai 2,11 Millionen Barrel pro Tag förderten, was von etwa 3,40 Millionen Barrel pro Tag im Februar abweicht. Die Internationale Energieagentur (IEA) bewertete jedoch die Fördermenge für beide Monate deutlich höher: 2,8 Millionen Barrel im Mai und 3,64 Millionen Barrel im Februar.
Strategie von ADNOC
Um den erhöhten Angebotsdruck zu verdeutlichen, verkaufte die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) Rohöl über Auktionen zu Rabattpreisen, berichten Händler. Diese Erholung übertraf schnell viele andere Produzenten in der Golfregion, von denen viele zwar die Exporte über die Hormus-Straße wieder aufgenommen hatten, aber immer noch weit unter den vor dem Konflikt erreichten Produktionsniveaus lagen.
Abu Dhabi argumentierte, dass die jahrelangen Investitionen in Produktionskapazitäten die Freiheit rechtfertigten, Öl ohne Einschränkungen zu fördern. Energieminister Suhail al-Mazrouei erklärte bei dem Austritt aus dem OPEC, dass die UAE ihren Investoren schuldeten, "dem globalen Markt zu liefern, was er verlangt, ohne Beschränkungen".
Marktvolatilität beim Öl
Die Produktionssteigerung erfolgte, als der Ölmarkt von den Bedenken über ernsthafte Lieferunterbrechungen während des Iran-Konflikts zu Sorgen über ein Angebotsüberschuss wechselte. Die Brent-Ölpreise, die im April ein Vierjahreshoch von über 126 US-Dollar erreicht hatten, handelten am Montag bei etwa 72 US-Dollar pro Barrel, was dem Niveau vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar entspricht.
| Land | Exportmenge (Millionen Barrel/Tag) |
|---|---|
| Saudi-Arabien | 4,32 |
| Kuwait | 1,65 |
| Irak | 0,78 |
Gleichzeitig lag der durchschnittliche Rohölexport Saudi-Arabiens im Juni bei 4,32 Millionen Barrel pro Tag, etwa 3 Millionen Barrel weniger als im Februar. Kuwait erhöhte seine Produktion im Juni auf 1,65 Millionen Barrel pro Tag, das Dreifache im Vergleich zum Mai, aber immer noch fast eine Million Barrel unter dem vor dem Konflikt erreichten Niveau. Irak, der zweitgrößte OPEC-Produzent, exportierte im Juni etwa 780.000 Barrel pro Tag, nur ein Fünftel des vor dem Konflikt errechten Volumens.
Handelslösungen
Seit der Vereinbarung vom 17. Juni zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts und zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Hormus-Straße wurden die angesammelten Ölmengen im Golf schnell abgebaut, wobei etwa 23 Millionen Barrel weiterhin auf dieser Route transportiert werden.
In einem bemerkenswerten Entwicklung haben Ölmarktanalysten bei Sparta berichtet, dass kleine chinesische Raffinerien als Käufer in den neuesten ADNCOl-Auktionen aufgetaucht sind, angelockt durch die breiten Rabatte angesichts des kurzfristigen Angebotsüberschusses. ADNOC verkaufte etwa 18 Millionen Barrel Öl in der fünften Auktion für die Beladung im August; darunter war Upper Zakum die Hauptsorte, während einige Das-Sorten ebenfalls transferiert wurden.
Das Auftreten chinesischer Raffinerien unter den Käufern zeigt, dass die aktuellen Rabattpreise attraktiv genug sind, um mit den Optionen aus Iran und Russland zu konkurrieren. Laut Sparta spiegelt die derzeitige kleine Angebotslücke eine Diskrepanz zwischen der sofortigen Verfügbarkeit und dem üblichen Handelszeitraum von zwei Monaten wider.
Fazit
Die gesteigerte Rohölproduktion der UAE eröffnet ein neues Kapitel im globalen Ölmarkt. Mit den Veränderungen im Handelsverhalten und den politischen Einflüssen erlebt der Ölmarkt erhebliche Schwankungen, die sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Produzenten und Investoren weltweit schaffen.