TotalEnergies strebt Offshore-Explorationsvertrag in Syrien an
Der französische Energiekonzern TotalEnergies ist Verhandlungen über den Abschluss eines Explorationsvertrags für Öl- und Gasvorkommen vor der syrischen Küste eingetreten, wie CEO Patrick Pouyanné während seiner aktuellen Reise in den Nahen Osten bekannt gab.
"Die Offshore-Region in Syrien wurde bisher in der Geschichte nicht wirklich erkundet, daher haben wir mit anderen Unternehmen zusammengearbeitet, um diese Frage zu untersuchen. Heute werden wir mit unseren syrischen Partnern diskutieren, ob wir zu einem Vertragsabschluss kommen können", so Pouyanné gegenüber Reportern, berichtet RFI.
Vorläufige Vereinbarung bereits erreicht
Im Mai dieses Jahres unterzeichneten TotalEnergies gemeinsam mit den Partnern QatarEnergy und ConocoPhillips eine Absichtserklärung (MoU) mit der Syrian Petroleum Company (SPC) im Zusammenhang mit der Erkundung von Block 3 vor der syrischen Küste im Mittelmeer.
Diese vorläufige Vereinbarung umfasst eine technische Bewertung der Partner über die Offshore-Region Block 3 und die Einrichtung eines Rahmens für technische und kommerzielle Verhandlungen im Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten in diesem Block.
Derzeit versucht TotalEnergies, die MoU in einen vollständigen Vertrag umzuwandeln, nachdem Verhandlungen mit syrischen Beamten stattgefunden haben.
Herausforderungen und Chancen
Obwohl die Offshore-Exploration in Syrien wieder auf die Agenda des Konzerns gesetzt wurde, bleiben Onshore-Aktivitäten ein hochriskantes Unterfangen und keine plausible Explorationsoption für TotalEnergies, so Pouyanné.
Anfang dieses Jahres, kurz vor Beginn des Iran-Konflikts, erklärte der CEO des staatlichen syrischen Ölunternehmens, dass Syrien die Vergabe von Lizenzen für die Erkundung von Öl- und Gasvorkommen an große internationale Ölkonzerne anstrebt, während das Land versucht, seine geschätzten gewaltigen Reserven zu erschließen.
"Es gibt viele unberührte Länder. Es gibt Billionen Kubikmeter Gas", sagte Youssef Qablawi, CEO der Syrian Petroleum Company, dem Financial Times in einer Stellungnahme Anfang Februar.
Qablawi erklärte, dass Syrien amerikanische Unternehmen wie Chevron und ConocoPhillips sowie große europäische Konzerne wie TotalEnergies und Eni einlädt, um Öl- und Gasvorkommen zu erschließen und die Wasserstoffindustrie des Landes nach über einem Jahrzehnt des Bürgerkriegs wiederzubeleben.
Übersichtstabelle zum Projekt
| Information | Details |
|---|---|
| Hauptunternehmen | TotalEnergies (Frankreich) |
| Partner | QatarEnergy (Katar), ConocoPhillips (USA) |
| Syrischer Partner | Syrian Petroleum Company (SPC) |
| Lage | Block 3, Offshore Mittelmeer |
| Art der Vereinbarung | Absichtserklärung (MoU) - Umwandlung in vollständigen Vertrag in Vorbereitung |
Strategische Bedeutung
Das Interesse von TotalEnergies an Syrien erfolgt zu einer Zeit, in der die nationale Öl- und Gasindustrie des Landes versucht, sich nach vielen Jahren des Konflikts zu erholen. Mit dem gewaltigen Potenzial an Energievorräten strebt Syrien danach, internationale Investoren anzuziehen, um die nationale Energieindustrie wieder aufzubauen.
Allerdings bleiben politische und geopolitische Hürden erhebliche Herausforderungen für multinationale Unternehmen, die am syrischen Markt teilnehmen möchten. Die Anwesenheit internationaler Sanktionen und die instabile regionale Situation bleiben Faktoren, die sorgfältig berücksichtigt werden müssen.
Die Konzentration von TotalEnergies auf Offshore-Aktivitäten anstelle von Onshore-Aktivitäten spiegelt die Risikobewertung des Unternehmens wider, wobei das Offshore-Meer weniger riskante Explorationsmöglichkeiten als die volatilen Landgebiete bieten könnte.
Diese Entwicklung zeigt eine Veränderung in der Haltung großer Energieunternehmen gegenüber dem Nahen Osten, wo Energiequellen nach wie vor im Zentrum der globalen Strategie stehen, trotz der politischen Herausforderungen.