Kasachstans Maßnahmen zur Kontrolle von Benzin- und Dieselausfuhren angesichts Russlands Engpass
Kasachst verschärft zunehmend den Schutz seiner Erdölprodukte, da der Benzin- und Dieselengpass in Russland sich verschärft und die Spannungen zwischen den USA und Iran eskalieren. Lokale Berichten zufolge haben kasachische Beamte neue Polizeikontrollstationen an fast 60 Straßen entlang der langen Grenze zu Russland eingerichtet, um "Benzintourismus" zu unterbinden.
Zusätzlich wurden neue Beschränkungen an den Grenzkontrollpunkten eingeführt, die Lkw und Personenkraftwagen nur einmal täglich die Grenze passieren lassen. In den letzten Wochen, als der Benzin- und Dieselengpass in ganz Russland aufgrund von Drohnenangriffen der Ukraine auf die Energieinfrastruktur eskalierte, strömten russische Fahrzeuge über die Grenze, um Kraftstoff zu kaufen und schmuggelten sogar kleinere Mengen illegal zurück nach Russland.
Neue Grenzkontrollmaßnahmen
Laut der Zeitung Tengri sind lange Schlangen an Tankstellen in den nördlichen kasachischen Gebieten Westkasachstan, Aktobe und Pawlodar entstanden. Der Preis für hochoktaniges Benzin in Russland liegt derzeit etwa 40% über dem Preis in Kasachstan und steigt weiter an.
"Die Hauptarbeit konzentriert sich derzeit auf die Identifizierung von Fahrzeugen mit zusätzlichen Tanks, die für den Export von 'grauem' Benzin verwendet werden", zitierte Tengri den kasachischen Energieminister Kayirkhan Tutkyshbayev. Am 4. Juli meldeten die kasachischen Behörden die Aufdeckung von Dutzenden Schmuggelfällen mit einer beschlagnahmten Benzinmenge von drei Tonnen.
Verlängerung des Exportverbots
Am 7. Juli kündigte das kasachische Energieministerium an, das Verbot des Exports von Erdölprodukten einschließlich Benzin und Dieselkraftstoff bis zum 22. Mai des nächsten Jahres zu verlängern. Damit wird das bestehende Exportverbot um sechs Monate verlängert.
| Details des kasachischen Benzin- und Dieselexportverbots |
|---|
| Inkrafttreten: 7. Juli dieses Jahres |
| Gültig bis: 22. Mai des nächsten Jahres |
| Verlängerungszeitraum: 6 Monate |
| Betroffene Produkte: Benzin und Diesel |
| Anwendungsbereich: Alle Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) |
Dieses Verbot gilt sogar für andere Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG), einer Organisation, die auf dem Papier einen freien Handel gewährleistet, aber die in ihren Verträgen genannten Bestimmungen noch nie erfüllt hat.
Sonderfälle
Laut dem Entwurf des Dekrets können kasachische Behörden Ausnahmen vom Exportverbot in Fällen wie "humanitäre Hilfe und Lieferungen, die auf Regierungsbeschluss erfolgen", gewähren. Kirgisistan, ebenfalls vollwertiges Mitglied der EAWG, soll Astana gebeten haben, das Verbot auszusetzen und eine unbestimmte Menge an Erdölprodukten zu liefern.
Tutkyshbayev, Energieminister Kasachstans, erklärte, die Regierung prüfe diese Bitte. Kirgisistan ist stark von den Öllieferungen aus Russland abhängig, die durch ukrainische Drohnenangriffe unterbrochen wurden.
Die globale Situation
Tutkyshbayev wies auch die Ende Juni kursierenden Nachrichten zurück, dass Russland die Einfuhr von 50.000 Tonnen Benzin aus Kasachstan suche. Er erklärte, dass von Moskau keine offiziellen Anfragen gestellt worden seien.
Die Gassituation in Zentralasien könnte durch den Zusammenbruch des Friedensabkommens zur Beendigung des US-amerikanisch-iranischen Konflikts im Persischen Golf komplexer werden. Eine Wiederaufnahme von Bombardierungen und Raketenangriffen könnte die Durchfahrt von Tankern durch die Hormus-Straße weiter unterbrechen und den globalen Energiemarkt destabilisieren.
| Vergleich der Benzinpreise zwischen Kasachstan und Russland | Wirtschaftliche Auswirkungen |
|---|---|
| Benzinpreise in Russland höher als in Kasachstan | Russische Fahrzeuge strömen nach Kasachstan zum Benzinkauf |
| Preisdifferenz: ~40% | "Grauer" Export entwickelt sich |
| Benzinpreise in Kasachstan steigen | Lange Schlangen an Tankstellen im Norden Kasachstans |
Die Verlängerung des Exportverbots durch Kasachstan spiegelt die zunehmenden Herausforderungen bei der Verwaltung der Energieversorgung in der Region wider, da geopolitische Spannungen und Konflikte die globale Energieversorgungskette beeinträchtigen.