Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus: Auswirkungen auf die globalen Ölmärkte und China
Das historische Abkommen könnte China dazu veranlassen, die Ölimporte zu erhöhen, was Druck auf die globale Inflation ausüben würde
Die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die Straße von Hormus nach mehr als 100 Tagen Sperrung wieder zu öffnen, könnte China dazu veranlassen, wieder größere Mengen Rohöl zu kaufen, was trotz Prognosen, dass die Ölströme aus dem Nahen Osten nachlassen werden, Inflationsdruck auslösen könnte. Am späten Sonntag gaben die USA und der Iran eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bekannt, und die Wiedereröffnung könnte bereits nach der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag erfolgen.
Die Nachricht von dem Deal ließ die Ölpreise am frühen Montag einbrechen, wobei die Brent-Preise auf 83 US-Dollar pro Barrel und die WTI-Preise auf etwa 80 US-Dollar pro Barrel fielen.
Mögliche Auswirkungen auf die Ölmärkte und die Inflation
Wenn das Abkommen Bestand hat und die Ölflüsse durch die Straße von Hormus relativ schnell zuzunehmen beginnen, könnte China weiterhin mehr Rohöl kaufen, und diese zusätzliche Nachfrage, die in den letzten drei Monaten verflogen ist, könnte den Ölmarkt anspannen und die Preise in die Höhe treiben, sagten Experten von Bloomberg Economics am Montag in einem Bericht.
„Jede Erholung der chinesischen Ölnachfrage – insbesondere wenn die Energieflüsse eingeschränkt bleiben – könnte die globalen Energiemärkte anspannen, den Inflationsdruck verstärken und die Aufgabe vor den Zentralbanken erschweren“, schrieben Analysten von Bloomberg Economics.
Erholungszeit des Energieflusses
Experten sagen, dass es Monate dauern könnte, bis die Energieströme wieder das Vorkriegsniveau erreichen, vorausgesetzt, dass das Abkommen Bestand hat und der Verkehr durch die Straße von Hormus nachhaltig zunimmt.
Chinas starker Rückgang der Rohölimporte war eine Säule dafür, dass die Ölpreise in den letzten Wochen unter 100 US-Dollar pro Barrel blieben, zusammen mit den Rekordexporten von US-Rohöl und Treibstoff und der Freigabe globaler strategischer Ölreserven, die von der Internationalen Energieagentur (IEA) koordiniert wurden.
| Ölmarktsituation vor und nach dem US-Iran-Abkommen | |
|---|---|
| Vor der Vereinbarung | Nach der Vereinbarung (erwartet) |
| Brent-Preis: Über 90 $/Barrel | Brent-Preis: ~83 $/Barrel |
| WTI-Preis: Über 90 $/Barrel | WTI-Preis: ~80 $/Barrel |
| China reduziert Ölimporte | China kann die Importe steigern |
| Straße von Hormus für mehr als 100 Tage gesperrt | Es wird erwartet, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird |
Änderungen in Chinas Ölpolitik
Die Rohölimporte nach China fielen im Mai aufgrund steigender Preise auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2017. Der weltweit größte Rohölabnehmer hat letzten Monat damit begonnen, seine riesigen Ölreserven zu nutzen, was darauf hindeutet, dass Peking es immer noch vermeidet, hohe Preise für Spot-Öllieferungen zu zahlen.
Bisher hat China in dieser beispiellosen Krise die Raffinerie-Betriebsraten gekürzt, die Exporte eingeschränkt und die Nachfrage nach Kraftstoffen für den Straßenverkehr reduziert, da die Verbraucher lieber Elektrofahrzeuge fahren, als hohe Benzinpreise zu zahlen.
Wichtige Frage für den Ölmarkt
Die entscheidende Frage für den Ölmarkt ist, wie viel Nachfrage China erzeugen wird, wenn es zu aggressiveren Rohölkäufen zurückkehrt. Eine Erholung der Nachfrage aus China könnte in Kombination mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus ein komplexes Marktszenario schaffen, in dem das Angebot steigt, aber auch die Nachfrage steigt, was zu Unsicherheit über zukünftige Preise führt.
Unterdessen beobachten Analysten weiterhin aufmerksam die politische Situation zwischen den USA und dem Iran, da jede Änderung des Abkommens die positiven Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt schnell zunichte machen könnte.
Die Art und Weise, wie China seine inländische Ölnachfrage steuert und seine Lieferkette nach Importbeschränkungen wiederherstellt, wird ein entscheidender Faktor für die Gestaltung der Ölpreise in den nächsten Monaten sein.