Vom Hormuzzarm bis nach Houston: Amerika stärkt seine globale Energiedominanz
Die globalen Energiemärkte erleben eine grundlegende geopolitische Verschiebung, die sich durch die zunehmende Rolle der USA und Lateinamerikas bei der Ölförderung und -export manifestiert. Neue Daten zeigen, dass die USA und der sogenannte "Americas"-Raum erheblich von der reduzierten Ölförderung im Nahen Osten profitieren.
Reduzierte Ölproduktion im Nahen Osten
Die Daten der Industrie zeigen, dass der Transport von Rohöl durch Schiffe aus der Region auf einen Rekordwert von 14,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) im Mai gestiegen ist. Dies stellt einen Anstieg von 13,8 Millionen bpd im April und ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Mai 2025 dar. Gleichzeitig ist die Anzahl der Schiffe, die durch die Straße von Hormuz fahren, von Februar bis Mai um 89 Prozent gesunken - von über 3.700 auf etwa 400 Fahrten.
Ein hochrangiger Quellennähe des EU-Energiesicherheitssystems erklärte: "Dieses Modell wird wahrscheinlich fortbestehen, selbst wenn die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird, da es mehrere Monate dauern wird, bis die Fördermengen aus dem Nahen Osten auf das Niveau vor dem Konflikt zwischen den USA/Israel und Iran zurückkehren."
Die globale Energielandschaft verschiebt sich
Die USA haben ihre inländische Ölproduktion auf ein Rekordhoch gesteigert und unterstützen nun Länder in Lateinamerika wie Venezuela, Argentinien und Brasilien bei ähnlichen Entwicklungen. Dies markiert eine langfristige Verschiebung des globalen Energiezentrums.
| Land | Ölproduktion (bpd) | Bemerkungen |
|---|---|---|
| USA | 14,5 Millionen | Rekord im Mai |
| Venezuela | 1,155 Millionen | Mai-Produktion |
| Argentinien | 1 Million | Prognose für Ende 2026 |
| Brasilien | 4 Millionen | Rekordproduktion |
Entwicklungspläne für Venezuelas Energiesektor
Am 3. Januar gelang es den USA, Präsident Nicolas Maduro zu stürzen. Außenminister Marco Rubio legte einen dreistufigen Plan für Venezuela vor, der die Stabilisierung des Landes, die wirtschaftliche Erholung und den Ölsektor sowie die Förderung politischer Veränderungen umfasst.
Argentinien: Unterstützung durch die USA
Argentinien ist das nächste Land in der Entwicklungsliste Trumps. Die USA haben im Oktober 2025 ein Rettungspaket in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Marktreformen von Präsident Javier Milei bereitgestellt. US-Unternehmen erhöhen ihre Investitionen in den Öl- und Gassektor des Landes, insbesondere in der Vaca-Muerta-Schieferformation, die als eine der vielversprechendsten Regionen weltweit gilt.
Brasilien: Großes Potenzial für Öl und Gas
Brasilien produziert derzeit 4 Millionen bpd, mit einer Gesamt-Hydrocarbon-Produktion von 5,3 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Prognosen deuten darauf hin, dass Brasilien bis 2030 zu einem der fünf größten Ölproduzenten der Welt aufsteigen könnte, dank erheblicher Investitionen von Petrobras und ausländischen Öl- und Gasunternehmen.
Geopolitik und die Zukunft der globalen Energie
In einer Zeit, in der China und Russland an Einfluss verlieren, könnte die USA keine bessere Gelegenheit haben, Trumps neue Weltordnung zu etablieren. Der lateinamerikanische Raum stellt derzeit 32 % der globalen Rohölproduktion und wächst jährlich.
Caleb Orr, Assistant Secretary of State for Economic, Energy, and Business Affairs, betonte, dass Sicherheit die "Grundlage" für alle effektiven wirtschaftlichen Beziehungen ist und unterstrich damit die Idee, dass "die westliche Hemisphäre jetzt die Hauptkraft der Weltenergie ist."
Dies zeigt, dass die USA bemüht sind, die globale Energielandschaft neu zu gestalten, wobei die Region Lateinamerika eine zunehmend wichtige Rolle in der Zukunft spielt.