Fallende Ölpreise könnten globale Aktienmärkte ankurbeln
Ein signifikanter Rückgang der Ölpreise könnte einen wesentlichen positiven Impuls für die globalen Aktienmärkte darstellen und breit angelegte Kurssteigerungen bei Aktien ermöglichen, so Karen Ward, Direktorin für Markstrategie für die EMEA-Region bei JPMorgan Asset Management. In einer Erklärung vom Montag, während die Märkte das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran verarbeiteten, betonte Ward, dass diese Entwicklung den Zentralbanken zusätzliche Spielräume für Zinssenkungen eröffnen könnte.
Auswirkungen des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran
Derzeit betrachten viele Investierte hohe Ölpreise als Bedrohung für Aktien, da sie Sorgen über Inflation und Wachstumsaussichten wecken. Nachdem am Montag ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das den fast viermonatigen Konflict beenden soll, bekanntgegeben wurde, fielen die Ölpreise deutlich. Dieses Abkommen wird den Wiederaufnahme des Handels durch die Hormuzstraße ermöglichen und globale Befürchtungen über Versorgungsengpässe und Energieinflation mindern.
| Ölsorte | Preis (USD/Fass) | Änderung (%) |
|---|---|---|
| Brent (August) | 83,08 | -4,87 |
| WTI (Juli) | 80,30 | -5,4 |
Veränderung der Anlegerstimmung
Ward erklärte, dass Investoren bereits begonnen hatten, Geld von einigen großen Technologiewerten, die in den letzten Jahren den Markt dominiert hatten, in andere Sektoren umzuschichten, bevor der Iran-Konflikt diesen Trend unterbrach. Der starke Anstieg der Ölpreise hatte Bedenken über Inflation geschürt und veranlasste die Investoren, zu defensiven Positionen zurückzukehren. Mit den nun fallenden Ölpreisen aufgrund der Hoffnung auf ein nachhaltiges USA-Iran-Abkommen geht Ward davon aus, dass die Inflationsrisiken sinken. Dies schafft die Voraussetzungen für eine breitere Beteiligung an der Aktienrallye und gibt den Zentralbanken mehr Flexibilität bei Zinssenkungen.
Frühere Warnungen und die OPEC-Situation
Bereits im März hatten Analysten von JPMorgan gewarnt, dass Ölpreise, die über dem Niveau von 90-120 USD pro Fass bleiben könnten, eine Korrektur von 10-15% im S&P 500 auslösen und das Wachstum erheblich beeinträchtigen könnten. Darüber hinaus zeigt sich die Einheitlichkeit im OPEC-Block zunehmend rissig, was den Druck auf die Preise erhöht. Der formelle Austritt der VAE aus der OPEC im Mai hat 15% der Produktionskapazität des Kartells verloren. Kombiniert mit Quotenstreitigkeiten und gesenkten globalen Wachstumsprognosen hat dies die Fähigkeit der OPEC, das Angebot zu kontrollieren, eingeschränkt.
Die Länder des Persischen Golfs bemühen sich auch aktiv, ihre unterirdischen Ressourcen vor einer weiteren Ölpreisabsenkung zu beschleunigen, was den Markt mit zusätzlichem Angebot überschwemmen könnte.
Artikel von Alex Kimani für Oilprice.com.