Chinas gewaltige Gasentdeckung: 10 Billionen Kubikmeter Tiefengas könnten die Energielandschaft Asiens verändern

China hat eine der größten Gasentdeckungen der jüngeren Geschichte im Becken von Sichuan gemacht. Geologische Bewertungen deuten darauf hin, dass die Kambrium-Schicht Qiongzhusi bis zu 10 Billionen Kubikmeter Erdgas enthalten könnte. Das Gebiet erstreckt sich über etwa 10.000 Quadratkilometer und liegt in einer Tiefe von 4.500 bis 5.200 Metern unter der Erdoberfläche, was es zu einer der tiefsten Gaslagerstätten der Welt macht.



Diese Entdeckung ist weit mehr als nur ein geologischer Durchbruch. Sie wird als strategischer Schachzug Pekings gesehen, um die Abhängigkeit von importiertem Flüssigerdgas (LNG) zu verringern und die Verhandlungsposition mit Russland und Turkmenistan bei langfristigen Pipeline-Gasverträgen zu stärken.



Maßstab der Gasentdeckung im Detail

EigenschaftWert
Fläche der Lagerstätte10.000 km²
Bohrtiefe4.500 - 5.200 Meter
Gesamtvorrat (geschätzt)10 Billionen m³
Potentielle Jahresförderung30 - 50 Milliarden m³/Jahr
Zielproduktion 203510 - 15 Milliarden m³/Jahr
Kosten pro Bohrung3.240 - 3.600 Billionen VND

Um das Ausmaß dieser Entdeckung zu verstehen: 10 Billionen Kubikmeter Gas entsprechen dem Verbrauch vieler südostasiatischer Länder zusammen über Jahrzehnte.



Beschleunigte Rennen um die Tiefbohrung

Die beiden staatlichen Energiegigante Sinopec und PetroChina haben bereits über 100 Erkundungsbohrungen in der Region durchgeführt. PetroChina kündigte 2023 eine große Entdeckung in Ziyang an. Im Mai 2026 bestätigte Sinopec zusätzlich eine bereits erwiesene Gasreserve von 236 Milliarden Kubikmetern im Projekt Ziyang Dongfeng.



Die Unternehmen investieren derzeit Milliarden US-Dollar, um die kommerzielle Förderung in großem Stil innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre vorzubereiten.



Vergleich mit den USA

LandSchätzte Schiefgasproduktion 2025
USAÜber 540 Milliarden m³
ChinaCa. 27 Milliarden m³

Trotz seines Status als zweitgrößter Schiefgasproduzent der Welt erreicht Chinas Förderung nicht einmal 5 % der US-amerikanischen Produktion. Die Hauptgründe dafür sind komplexere Geologie, bergiges Gelände und dicht besiedelte Gebiete im Sichuan-Becken, was die Förderkosten erheblich erhöht.



Warum Peking groß auf Schiefgas setzt

China ist derzeit der größte LNG-Importeur der Welt. Die Entwicklung dieser tiefen Gaslagerstätten bietet mehrere strategische Vorteile:



  • Reduzierung des Imports teuren LNGs
  • Erhöhung der nationalen Energiesicherheit
  • Verringerung der Abhängigkeit von internationalen Seerouten
  • Stärkung der Verhandlungsposition mit Russland
  • Unterstützung der Energieziele und Reduzierung der Kohleemissionen

Laut Prognosen von Wood Mackenzie könnte die Gesamtproduktion von Schiefgas in China von derzeit 27 Milliarden Kubikmetern auf etwa 62 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2035 ansteigen.



Auswirkungen auf den asiatischen Energiemarkt

Sollten die Förderziele realisiert werden, wird China:



AuswirkungIntensität
Reduzierung des LNG-ImportsSehr hoch
Erhöhung der EnergieunabhängigkeitSehr hoch
Regionaler LNG-WettbewerbsdruckHoch
Erhöhung der Tiefbohrtechnik-InvestitionenHoch
Steigender Einfluss auf den asiatischen GasmarktSehr hoch

Dies könnte eines der wichtigsten Energieprojekte Chinas im kommenden Jahrzehnt werden, ähnlich wie die Schieferrevolution in den USA.



Zusammenfassung: Eine neue Ära der asiatischen Energie?

Das Wichtigste an dieser Entdeckung ist nicht allein die Zahl von 10 Billionen Kubikmetern, sondern dass China nachweist, dass es effektiv Schieferschichten aus 540 Millionen Jahren in Tiefen von über 5 Kilometern erschließen kann. Sollte dies gelingen, könnte die Energiebilanz Asiens sich bis 2035 erheblich verschieben und die Abhängigkeit von LNG-Importen drastisch reduzieren.



Diese Entdeckung könnte nicht nur Chinas Energiesicherheit revolutionieren, sondern auch die geopolitische Dynamik in Asien neu gestalten, da sie Peking mehr Unabhängigkeit von Energielieferanten und Handelsrouten verleiht.