Prognosen für Ölpreise und Spannungen zwischen den USA und Iran
In einer aktuellen Analyse hat Fereidun Fesharaki, Ehrenvorsitzender von FGE NexantECA, seine Prognosen für den globalen Ölmarkt vorgestellt. Laut seinen Aussagen wird voraussichtlich bis zu 75% der früher durch die Straße von Hormuz geflossenen Ölmenge bis Ende dieses Jahres wieder den Markt erreichen. Allerdings bleibt eine deutliche Senkung der Ölpreise im Jahr 2027 ungewiss, da die Spannungen zwischen den USA und Iran voraussichtlich nicht vollständig gelöst werden.
Prognosen für Ölpreise im Spannungsfeld USA-Iran
FGE NexantECA hatte bereits vor dem Konflikt mit Iran prognostiziert, dass die Ölpreise im kommenden Jahr zwischen 50 und 60 US-Dollar pro Barrel liegen könnten. Fesharaki betonte jedoch, dass dies von einer dauerhaften Friedenslösung abhängt.
Fesharaki äußerte seine persönliche Ansicht, dass ein langfristiger Friedensvertrag zwischen den USA und Iran "unvorstellbar" sei. Er erklärte: "Es wird weiterhin Konflikte geben, es wird weiterhin Probleme geben, das ist nicht das Ende. Das ist der Anfang der Geschichte."
Die Rolle Chinas auf dem Ölmarkt
Laut Energieexperten wird China weiterhin der wichtigste Ölkunde Irans bleiben, obwohl Teheran bemüht ist, andere asiatische Kunden zu erschließen. Gegenwärtig ist China jedoch nicht zu größeren Ölkäufen aus Iran oder anderen Ländern zurückgekehrt, und diese fehlende Begeisterung "lässt den Markt schwanken", so Fesharaki.
Aussichten für Ölangebot und -nachfrage in der Zukunft
Andere Analysten prognostizieren ebenfalls, dass der Verkehr durch die Straße von Hormuz in den kommenden Monaten wieder normalisiert wird, was zu einem erheblichen Überangebot im nächsten Jahr führen und die Ölpreise drücken dürfte. Citigroup beispielsweise prognostiziert, dass der Brent-Ölpreis bis Ende dieses Jahres auf 60 US-Dollar pro Barrel fallen könnte.
| Analystenhaus | Ölpreisprognose (US-Dollar/Barrel) | Zeitraum |
|---|---|---|
| FGE NexantECA | 50-60 | 2027 |
| Citigroup | 60 | Ende 2023 |
| Morgan Stanley | Anpassung der Prognose nach unten | nächste 18 Monate |
Die Analysten von Citigroup gehen davon aus, "dass wir erwarten, dass das Memorandum beibehalten und in den kommenden Monaten in eine Vereinbarung umgewandelt wird, wenn die Dynamik zur Deeskalation für die USA, Iran und den größten Teil des Nahen Ostens überwiegt."
Morgan Stanley hat indes seine Ölpreisprognose für die nächsten 18 Monate gesenkt, da die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz ein neues Überangebot fördern dürfte.
Bei der aktuellen Entwicklung steht der globale Ölmarkt vor zahlreichen Herausforderungen, die sich tief auf die Wirtschaften der ölabhängigen Länder auswirken könnten.