Jamaica: Giấc mơ dầu khí ngoài khơi giữa hứa hẹn và hiểm họa

Jamaica steht vor schwieriger Entscheidung über Ölförderung

Jamaica erwägt die Erschließung von Öl- und Gasreserven, folgt damit dem Trend der Nachbarländer in der Karibikregion wie Guyana, obwohl die Inselnation mit erheblichen Bedrohungen durch den Klimawandel konfrontiert ist. In den letzten Jahren hat die Öl- und Gasexploration in der Karibik einen regelrechten Boom erlebt, insbesondere nach den Erfolgen bei der Erkundungsbohrung in Guyana und Suriname. Angesichts der Forderung der Internationalen Energieagentur (IEA), die Erkundung von Öl- und Gasreserven einzustellen, stellt sich die Frage, ob Jamaicas Zukunft weiterhin auf fossilen Brennstoffen basieren soll.



Aktuelle Energiesituation Jamaicas

Derzeit ist Jamaica vollständig von Brennstoffimporten abhängig, mit jährlichen Kosten zwischen 1,5 und 2 Milliarden US-Dollar. Positive Funde aus Meeresbodenproben an der Südküste Jamaicas Anfang dieses Jahres deuten jedoch darauf hin, dass die Region für die Entwicklung von Öl geeignet sein könnte. Das britische Energieunternehmen United Oil & Gas hat die Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen in Proben aus dem Walton-Morant-Becken identifiziert, für das das Unternehmen eine exklusive Erkundungslizenz für eine Fläche von 22.400 km² besitzt.



Positive Funde und gegensätzliche Meinungen

Jamaikas Energieminister Daryl Vaz beschrieb die Funde in einer Pressemitteilung als "sehr positiv". Er erklärte: "Sie haben noch nicht das Wahre gesehen oder berührt, aber die Ergebnisse sind dennoch sehr wichtig. Ich bin vorsichtig optimistisch und bete sehr viel, denn die Auswirkungen jeder Entdeckung wären enorm."



Umweltaktivisten sind jedoch weniger optimistisch, insbesondere da Jamaica als kleines Inselstaat besonders anfällig für den Klimawandel ist. Im vergangenen Jahr wurde die Insel von einem der stärksten Hurrikane in der Geschichte des Atlantischen Ozeans heimgesucht.



Risiken durch den Klimawandel

Als Entwicklungsland und Inselstaat (Small Island Developing State) leidet Jamaica stark unter den Auswirkungen des Klimawandels, einschließlich zunehender Hurrikane und Stürme, längerer Dürren und steigender Meeresspiegel. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat der Hurrikan Beryl im Jahr 2024 45.000 Bauern betroffen, etwa 8.700 Häuser beschädigt und wirtschaftliche Schäden in Höhe von geschätzten 6,5 Milliarden US-Dollar verursacht.



Theresa Rodriguez-Moodie, Leiterin des Jamaica Environment Trust, betont: "Wir stehen vor Hurrikan Melissa. Sie fahren durch Gebiete im Westen Jamaicas und sehen immer noch die Verwüstungen. Wir haben eine Rechnung in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar für die Schäden, und wir diskutieren über die Erkundung fossiler Brennstoffe. Das ist ein großer Widerspruch."



Wirtschaftswachstum und Energiesicherheit

Trotz der Umweltbedenken sieht Jamaica die Vorteile, die die Nachbarländer Guyana und Suriname in den letzten Jahren durch Einnahmen aus der Ölproduktion erzielt haben. Energiesicherheit ist ein großes Anliegen für Jamaica, insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen, die die globalen Öl- und Gaspreise in die Höhe treiben.



JahrSchäden durch Hurrikane (USD)Anzahl beschädigter HäuserAnzahl betroffener Bauern
20246,5 Milliarden8.70045.000

Globale Verpflichtungen und die Zukunft erneuerbarer Energien

Jamaica hat das Pariser Abkommen 2017 ratifiziert und rief 2024 andere Länder auf, ein Abkommen zu verhandeln, das sich auf die Beendigung der Nutzung von Öl, Erdgas und Kohle konzentriert. Jamaika ist auch Vertragspartei des Escazú-Abkommens für Lateinamerika und die Karibik und hat sich verpflichtet, Mangrovenwälder und Seegraswiesen in küstennahen Feuchtgebieten wiederherzustellen.



Da das Walton-Morant-Becken in der Nähe wichtiger Fischgründe Jamaikas sowie von Mangrovenwäldern, Kalksteinwäldern und Korallenriffen liegt, bestehen Bedenken hinsichtlich potenzieller Umweltauswirkungen der Erkundungsbohrungen in der Region oder schlimmer noch eines Ölunfalls.



Potenzial für die Entwicklung erneuerbarer Energien

Viele Experten argumentieren, dass starke Investitionen in Jamaicas erneuerbare Energien den Bedarf an der Entwicklung fossiler Brennstoffe verringern könnten. Jamaica hat großes Potenzial für die Entwicklung grüner Energie, einschließlich Solar-, Wasser- und Windenergie, die derzeit etwa 13% zur gesamten Stromproduktion der Insel beitragen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass erneuerbare Energien bis 2030 50% der Stromproduktion ausmachen, dies wird jedoch erhebliche Investitionen in diesem Bereich erfordern.



Während die Regierung versucht, die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen Jamaicas zu bewältigen, scheint die Entwicklung der Ölindustrie sehr attraktiv. Die Ölförderung in einer so verletzlichen Region wie Jamaica jedoch könnte schwerwiegende Folgen haben. Um das Erdöl im Boden zu lassen und einen globalen grünen Wandel zu unterstützen, benötigt die internationale Gemeinschaft mehr Investitionen, um Jamaica und anderen Inselnationen zu helfen, ihre Kapazitäten im Bereich erneuerbare Energien zu entwickeln und langfristige Energiesicherheit zu gewährleisten.



— Felicity Bradstock für Oilprice.com