Tesla steht im Kreuzfeuer der Kritik nach Sicherheitsbedenken bei FSD-Daten in Europa
Tesla Inc. (NASDAQ: TSLA) hat Sicherheitsdaten für sein "Full Self-Driving" (FSD)-System bei den Behörden in Schweden und den Niederlanden eingereicht, um die Genehmigung für diese Technologie zu erhalten. Unabhängige Verkehrssicherheitsforscher werfen dem Unternehmen jedoch vor, diese Daten in irreführender Weise darzustellen und die Sicherheit des Systems zu übertreiben.
Untersuchungsergebnisse von Reuters
Eine von Reuters veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass der Elektroautohersteller bei seinen Sicherheitsbehauptungen auf ungültige Vergleiche und unrealistische Annahmen zurückgegriffen haben soll. Dadurch habe Tesla die Sicherheitsleistung seiner Technologie laut Untersuchung um das Dreifache übertrieben.
Fehler in der Sicherheitsdatenerhebung
Unabhängige Verkehrssicherheitsexperten haben interne Dokumente und Korrespondenzen untersucht und mehrere Fehler in Teslas Methodik zur Berechnung der Sicherheit seines FSD-Systems festgestellt:
- Tesla berechnete die Unfallrate des FSD-Systems nur anhand von Airbag-Auslösungen oder pyrotechnischen Schutzvorrichtungen.
- Diese Daten wurden mit dem nationalen US-Unfallmittelwert verglichen, der Tausende von leichten, personenschadenfreien Kollisionen umfasst.
- Tesla verglich seine Sicherheitsdaten mit älteren Fahrzeugen, die nicht über die modernen Kollisionsvermeidungstechnologien verfügen, die in Teslas aktuellen Fahrzeugen vorhanden sind.
Der US-Durchschnitt im Vergleich
Der durchschnittliche Pkw in den USA ist über ein Jahrzehnt alt, was bedeutet, dass diese Fahrzeuge über keine modernen aktiven und passiven Sicherheitssysteme wie automatische Notbremsung und fortgeschrittene Airbags verfügen, die die Unfallrate senken könnten.
Irrtüferliche Darstellungen durch Tesla
Der Bericht weist auch darauf hin, dass Telemetrie- und Sicherheitsberichte von Teslas möglicherweise das Risikoprofil von Autopilot und FSD verfälschen. In der Praxis wird Autopilot hauptsächlich auf kontrollierten Autobahnen eingesetzt, was bedeutet, dass das System Streckenkilometer ansammelt, die nicht proportional zum Risiko im Vergleich zum manuellen Fahren stehen.
Reaktionen aus den Niederlanden und Norwegen
Tesla navigiert derzeit durch das komplexe europäische rechtliche Umfeld, wobei es nationale Genehmigungen beantragt, während es eine gemeinsame Genehmigung wünscht. Nach über einem Jahr der Tests hat die niederländische Straßenverkehrsbehörde RDW im April 2026 die Typgenehmigung für Teslas FSD erteilt.
Vergleich der Genehmigungssituation in Europa
| Land | FSD-Genehmigung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Niederlande | Erteilt | Basiert auf unabhängigen Tests und geprüften Daten |
| Norwegen | Warnung | Eigene Daten stimmen nicht mit offiziellen Unfallstatistiken überein |
Aktuelle Situation und Ausblick
Derzeit steht Tesla massiver Kritik gegenüber. Bei den jüngsten G7-Protesten in Genf wurden am vergangenen Sonntag ein Tesla-Auto angezündet, was zeigt, dass das Unternehmen und sein Milliardär-CEO zunehmend im Fokus politischer und gesellschaftlicher Debatten über wirtschaftliche Ungleichheit und die Macht von Großkonzernen stehen.
Fazit
Während die europäischen Aufsichtsbehörden die landesweite Einführung des FSD-Systems prüfen, wird die Überwachung der Sicherheitsbehauptungen für dieses fortschrittliche Fahrerassistenzsystem zweifellos zunehmen.