Benzinpreise in den USA fallen unter wichtige Marke von 4 US-Dollar pro Gallone
Nach mehreren Monaten über der psychologisch wichtigen Marke von 4 US-Dollar pro Gallone ist der durchschnittliche Benzinpreis in den USA endlich gesunken. Laut Patrick De Haan, Analyst bei der Ölpreisplattform GasBuddy, hat der nationale Durchschnittspreis für Benzin erstmals seit längerem unter diese Schwelle fallen können.
Nationale Durchschnittspreise sinken auf 3,99 US-Dollar pro Gallone
Wie De Haan auf der Plattform X mitteilte, ist der durchschnittliche Benzinpreis in den USA in der vergangenen Woche um 9,3 Cent gesunken und liegt nun bei 3,99 US-Dollar pro Gallone. Diese Daten basieren auf über 12 Millionen Einzelpreisberichten, die mehr als 150.000 Tankstellen im ganzen Land erfassen.
Im Vergleich zum Vormonat hat sich der nationale Durchschnittspreis um 52,4 Cent reduziert. Im Jahresvergleich liegt er jedoch immer noch 91,1 Cent höher. Auch der Dieselpreis hat in der vergangenen Woche um 11,7 Cent auf 5,182 US-Dollar pro Gallone nachgegeben.
Preisentwicklung im Zeitvergleich
| Zeitraum | Preisänderung (US-Dollar/Gallone) | Aktueller Preis |
|---|---|---|
| Letzte Woche | -0,093 | 3,99 |
| Im Vergleich zum Vormonat | -0,524 | - |
| Im Vergleich zum Vorjahr | +0,911 | - |
Ursachen für den Preisrückgang
De Haan erklärte: "Der durchschnittliche Benzinpreis ist in 47 Bundesstaaten gesunken. Der nationale Durchschnitt ist seit Mitte April erstmals wieder unter die Marke von 4 US-Dollar pro Gallone gefallen."
Dieser Preisrückgang erfolgte, als die Ölpreise stark fielen, nachdem eine potenzielle Einigung zwischen den USA und Iran bekannt wurde. Allerdings bleibt abzuwarten, ob dieses Abkommen Bestand hat. Einige Bundesstaaten mit regulierten Preisen hatten zunächst einen Anstieg vor dem allgemeinen Rückgang verzeichnet.
De Haan weiter: "Die eigentliche Probe wird jetzt die Straße von Hormus sein. Jede Wiedereröffnung und Wiederherstellung des normalen Ölflusses wäre das klarste Zeichen dafür, dass dieser Preisrückhalt nachhaltig ist. Der nationale Durchschnitt könnte weiter sinken, solange es keine wesentlichen Wendungen gibt und die USA und Iran weiterhin positiv zusammenarbeiten."
Ausblick auf zukünftige Preise
Aufgrund der aktuellen Entwicklung bei den Rohölpreisen (WTI) und den AAA-Durchschnittspreisen könnte der Benzinpreis an den Tankstellen bis Mitte des Sommers auf etwa 3,75 US-Dollar pro Gallone fallen.
De Haan schrieb auf X kurz nachdem Präsident Trump einen Friedensdeal bekannt gab, dass der durchschnittliche Benzinpreis möglicherweise bis zum 4. Juli auf 3,75 US-Dollar sinken könnte. Er erklärte: "Die USA und Iran haben signalisiert, dass eine Einigung erzielt wurde. Die nächsten Tage sind entscheidend, um zu sehen, ob diese Einigung Bestand hat und ob der Verkehr in der Straße von Hormus wieder aufgenommen wird. Der WTI-Ölpreis ist um 5 % gefallen. Mit weiteren Bestätigungen in den kommenden Tagen könnte der nationale Durchschnittspreis weiter sinken. Darüber hinaus könnte der nationale Durchschnitt unter 3,75 US-Dollar pro Gallone fallen, wenn alles nach Plan läuft. Allerdings könnten die Hurrikansaison und die globalen Ölbestände unsicherheiten für den Rest des Sommers bedeuten - es könnten Monate oder länger dauern, um die globalen Ölbestände vollständig wiederherzustellen."
Regionale Preisverteilung
GasBuddy verzeichnet derzeit 26 Bundesstaaten mit einem durchschnittlichen Benzinpreis unter 4 US-Dollar pro Gallone. Weitere könnten in den kommenden Tagen dazukommen, vorausgesetzt, die Straße von Hormus öffnet sich wieder.
| Preiskategorie | Anzahl Bundesstaaten | Tendenz |
|---|---|---|
| Unter 4 US-Dollar/Gallone | 26 | Zunehmend |
| Über 4 US-Dollar/Gallone | 24 | Abnehmend |
Politische Implikationen
Die Nachrichten kommen zur rechten Zeit vor den Zwischenwahlen. Die Schmerzen an der Tankstelle könnten bald enden, wenn der Friedensdeal zwischen den USA und Iran die Ölpreise drückt.
Der nationale Durchschnittspreis für Benzin in den USA lag seit 76 Tagen, also etwa 2,5 Monaten, auf der politisch sensiblen Marke von 4 US-Dollar pro Gallone, als die Energiekrise im Persischen Golf den physischen Markt verengte und zur Entnahme von strategischen Notfallreserven führte.
Jetzt, da Präsident Trump am Sonntagabend, nur 30 Minuten vor Eröffnung der New Yorker Terminmärkte, verkündete, dass ein Friedensdeal zwischen den USA und Iran gesichert sei, und da die WTI- und Brent-Preise stark fielen, könnte der Druck an den Tankstellen kurzfristig nachlassen.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Anstieg der Benzin- und Dieselpreise in den letzten 2,5 Monaten hat den Verbrauchern, insbesondere den arbeitenden Haushalten, die unter den hohen Preisen an der Tankstelle litten, belastet.
Kombiniert mit steigenden Benzinpreisen und sinkenden Steuerrückerstattungen begannen sich Risse in der Verbrauchernachfrage zu zeigen, besonders bei Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dies war wahrscheinlich ein Signal für die Trump-Regierung, den Nahostkonflikt vor den Zwischenwahlen zu lösen, bevor die Verbraucherstimmung und die Schmerzen an der Tankstelle zu einer größeren politischen Belastung werden.