Europäische Beamte reisen nach Bagdad für Energie-Verhandlungen
In den kommenden Wochen werden europäische Beamte nach Bagdad reisen, um an hochrangigen Verhandlungen über die Energiekooperation teilzunehmen. Dieser diplomatische Schritt erfolgt nur wenige Stunden nachdem der Irak warnte, das Land könnte die OPEC verlassen, falls der Produktionskartell keine höheren Produktionsquoten gewährt.
Erweiterung der Energiekooperation
Laut irakischen Quellen, die von Shafaq News zitiert werden, werden die Gespräche sich auf die Erweiterung der Kooperation in den Bereichen Öl, Gas und Elektrizität konzentrieren. Die geplanten Verhandlungsgegenstände umfassen:
- Projekte zur Erdgasgewinnung
- Stärkung der Stromerzeugung
- Erweiterung der Energiespeicherkapazitäten
- Stärkung der Infrastruktur für den Rohölexport
Ein bemerkenswerter Vorschlag in den Verhandlungen ist die Unterstützung des Iraks bei der Erreichung der Autarkie in der Erdgasproduktion innerhalb von zwei Jahren, wodurch die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen reduziert wird.
Pläne für eine gemeinsame Seeflotte
Die irakischen Beamten planen ebenfalls, über die Einrichtung einer gemeinsamen Seeflotte mit mehreren Ländern, einschließlich der USA, zu diskutieren, um den Rohölexport zu unterstützen.
Warnung des irakischen Ölministers
Diplomatische Bemühungen finden statt, nachdem der Sprecher des irakischen Ölministeriums, Salim al-Rikabi, warnte, dass Bagdad aus der OPEC austreten könnte, falls die Organisation die Produktionsquoten nicht erhöht, um den tatsächlichen Produktionskapazitäten und den langfristigen Entwicklungsplänen des Landes gerecht zu werden.
Auswirkungen eines möglichen Irak-Austritts aus der OPEC
Laut Marktanalyst Jules Reimer, der für MarketWatch schreibt, hätte der Austritt des Iraks aus der OPEC weitreichendere Folgen als der Rückzug Katars im Jahr 2019 und der der VAE Anfang dieses Jahres, da der Irak nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent der OPEC ist, mit einer Produktionsmenge von etwa 4,5 Millionen Barrel pro Tag.
Reimer wies darauf hin, dass Schätzungen der US-Energieinformationsbehörde zeigen, dass der Irak seine Produktionskapazitäten bis 2029 auf etwa 7 Millionen Barrel pro Tag erhöhen könnte, falls die OPEC-Produktionslimits aufgehoben werden. Dies würde erhebliche Möglichkeiten für internationale Öl- und Gasunternehmen schaffen, die im Irak tätig sind, darunter Exxon Mobil, Chevron und Halliburton, während es gleichzeitig einen schweren Schlag für den Ruf der OPEC darstellen würde.
Als eines der Gründungsmitglieder der Organisation würde der Austritt des Iraks aus der OPEC tiefgreifende Fragen über die Fähigkeit des Kartells aufwerfen, die globalen Ölpreise zu beeinflussen.
| Land | Produktion (Barrel/Tag) | Rang in der OPEC |
|---|---|---|
| Saudi-Arabien | 11 Millionen | 1 |
| Irak | 4,5 Millionen | 2 |
| Vereinigte Arabische Emirate | 3 Millionen | 3 |
| Kuwait | 2,8 Millionen | 4 |
| Iran | 3 Millionen | 5 |
Die mögliche Entwicklung des Iraks zu einem der größten Ölproduzenten der Welt würde nicht nur die Energiemarktdynamik verändern, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf globale Energiepolitik haben.