Petrovietnam treibt Digitalisierung von Bohrinseln bis zu Fabriken voran: KI und Daten werden zum "neuen Öl" der Energiewirtschaft

Könnte in den nächsten 10 Jahren der Wert von Daten und künstlicher Intelligenz den Wert traditioneller Öl- und Gasvorkommen übertreffen und Tausende von Ingenieure dazu zwingen, ihre Arbeitsweise grundlegend zu ändern?



Die globale Energiewirtschaft befindet sich in einer neuen Revolution, bei der Daten, künstliche Intelligenz und Automatisierung zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden. Für Petrovietnam ist die digitale Transformation kein reines Technologieprojekt mehr, sondern eine überlebenswichtige Strategie, um Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und die Anpassungsfähigkeit gegenüber den wachsenden Schwankungen des Energiemarktes zu erhöhen.



Von den Offshore-Bohrinseln bis zu den landbasierten Produktionsanlagen für Düngemittel, Strom und Gas werden Daten zu einem einheitlichen digitalen Ökosystem verbunden, das es dem Unternehmen ermöglicht, Aktivitäten in Echtzeit zu überwachen, zu analysieren und Entscheidungen zu treffen.



Technologien, die die Öl- und Gasindustrie verändern

TechnologieRolle in der Energiewirtschaft
Künstliche Intelligenz (KI)Prognose der Fördermengen, Erkennung von Anomalien, Optimierung des Betriebs
Big DataAnalyse riesiger Datenmengen zur Erkenntnisgewinnung
Internet der Dinge (IoT)Datenerfassung von Geräten und Sensoren
Cloud ComputingZentrale Speicherung und Verarbeitung von Daten
ERP-SystemeUnternehmensführung in synchronisierten Systemen
SCADAFernüberwachung und Steuerung von Anlagen
MESReale Produktionssteuerung und -überwachung

Früher basierten viele Betriebsentscheidungen auf der Erfahrung der Ingenieure. Heute kann KI innerhalb weniger Minuten Millionen von Datenpunkten analysieren, Risiken erkennen und Lösungsvorschläge unterbreiten, bevor ein Vorfall eintritt.



Was hat Petrovietnam bereits erreicht?

Petrovietnam begann 2022 mit der umfassenden Implementierung seiner Digitalisierungsstrategie mit dem Ziel, bis 2030 das führende digitale Energieunternehmen Vietnams zu werden.



BereichErgebnisse
Digitalisierungsinitiativen32 Projekte gestartet
ERP-SystemeEingeführt bei der Muttergesellschaft und Tochterunternehmen
Big DataAufbau einer zentralen Datenplattform
KIUnterstützung bei Berichterstattung, Analyse und Management
Intelligente FabrikenBetrieb in Düngemittelwerk Cà Mau aufgenommen
ÜberwachungszentrenEingeführt bei Vietsovpetro und anderen Einheiten

Besonders bemerkenswert ist, dass Petrovietnam nicht isoliert einzelne Abteilungen digitalisiert, sondern darauf abzielt, das gesamte Ökosystem von Exploration, Transport, Verarbeitung bis zur Verteilung zu verbinden.



Intelligente Fabriken erzielen praktische Effizienzsteigerungen

Im Düngemittelwerk Cà Mau werden ERP-, MES- und SCADA-Systeme zu einer einheitlichen Datenplattform verbunden.



KennzahlVerbesserung
Reduzierung der ungeplanten Stillstandszeiten15% - 20%
Energie- und Materialeinsparungen3% - 5%
EntscheidungsfindungszeitVon mehreren Stunden auf wenige Minuten reduziert
FehlerprognosefähigkeitDeutliche Zunahme durch KI

Dies stellt einen wichtigen Wandel vom automatisierten zum intelligenten Fabrikmodell dar, bei dem Daten nicht nur erfasst, sondern analysiert und zur Betriebssteuerung genutzt werden.



Daten werden zum wertvollsten Gut

Wenn das 20. Jahrhundert das Zeitalter des Erdöls war, so wird das 21. Jahrhundert zum Zeitalter der Daten.



Industriexperten sind der Meinung, dass Unternehmen, die bessere Daten besitzen und diese effektiver nutzen, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil haben - selbst wenn die physischen Ressourcen nicht mehr so reichlich wie zuvor vorhanden sind. Dies ist auch der Grund, warum Petrovietnam stark in gemeinsame Datenspeicher für folgende Bereiche investiert:



  • Exploration und Förderung von Öl und Gas
  • Gasindustrie
  • Stromerzeugung
  • Erneuerbare Energien
  • Unternehmensmanagement

Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Technologie

Überraschenderweise liegt die größte Schwierigkeit der digitalen Transformation nicht in der KI oder der Software. Die drei größten aktuellen Herausforderungen sind:



  1. Verteilte und nicht standardisierte Daten
  2. Schwierige Integration älterer Systeme
  3. Traditionelle Denkweisen im Betriebsablauf haben sich nicht vollständig geändert

Viele Experten sind der Meinung, dass mehr als 70% des Erfolgs der digitalen Transformation vom Menschen und den Prozessen abhängt, während Technologie nur ein unterstützendes Werkzeug ist.



Ausblick bis 2030

Petrovietnam hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 ein vollständig vernetztes digitales Ökosystem im gesamten Konzern zu schaffen, in dem:



  • Daten zu einer strategischen Ressource werden
  • KI tief in die Betriebssteuerung eingebunden ist
  • Fabriken in Echtzeit betrieben werden
  • Managemententscheidungen auf Datenbasis und nicht auf Intuition beruhen
  • Innovation zum Wachstumstreiber wird

In einem globalen Energiesektor, der zunehmend wettbewerbsintensiver und grüner wird, könnte der Technologiewettlauf die Position der Energiekonzerne für Jahrzehnte bestimmen.



Eine nachdenkliche Frage ist, ob in naher Zukunft die besten Öl- und Gasingenieure diejenigen sein werden, die Bohrinseln betreiben, oder diejenigen, die KI und Daten beherrschen?